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Wolfsburg, Neue Burg Wolfsburg

Foto: Neuland Wohnungsgesellschaft mbH

Neue Burg Wolfsburg

Stadt/Gemeinde

Wolfsburg

Quartier(e)​

Neue Burg

Zahlen zu Stadt/Gemeinde und Quartier​

Ca. 125.550 Einwohner in Wolfsburg
335 Wohneinheiten und 4 Gewerbeeinheiten im Quartier

Bewohnerstruktur im Quartier

Gut durchmischtes Quartier, unterschiedliche Nationalitäten, vom Alleinstehenden bis hin zu Großfamilien, in allen Alters- und Einkommensstrukturen.

Bebauung des Quartiers

Seit 2008 wurde unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten der Bestand umgebaut und aufgefrischt. 2016 wurde das Ziel einer ausgewogenen Kombination aus Modernisierung, Rückbau, Abriss und Neubau zu marktgerechten Einheiten erreicht und mit Vollvermietung ausgezeichnet.

Besondere Merkmale

Besonderes Merkmal des Quartiers ist die barrierearme Gästewohnung FreiRaum, die 2014 eröffnet und 2016 in Zusammenarbeit mit der Wolfsburg AG mit technischen Assistenzsystemen (AAL) ausgestattet wurde. Die Wohnung ist eine Alternative zum Hotel und befindet sich direkt im Quartier. FreiRaum kann durch breite Türen, mithilfe einer Rampe und automatischen Türöffnungen direkt bis in die Wohnung mit Kinderwagen sowie Rollstühlen befahren werden. Auch in der Wohnung wurde auf eine größtmögliche Barrierearmut hoher Wert gelegt. Mit AAL-Systemen konnte der Komfort beispielsweise durch eine zentrale Steuerung des Lichts, der Heizung und der Elektrogeräte per iPad erhöht werden. Ein sich ins Ambiente anpassendes Pflegebett macht Urlaube mit pflegenden Angehörigen möglich. Ein Notfallschalter direkt neben dem Bett, eine Eingangskamera, Lichtsteuerung in der Nacht sowie viele weitere Systeme erhöhen die Sicherheit in der Wohnung.

Projekt(e)

Neue Burg Wolfsburg

Projektziele und Projektinhalt

Ziel ist ein generationsgerechtes Wohnen mit Service und Dienstleistungen. Dazu wurde der Bestand umgebaut und umfassend modernisiert.

Mit dem Wolfsburger Leuchtturmprojekt „Neue Burg“ reagiert die NEULAND Wohnungsgesellschaft mbH (NEULAND) aktiv auf die gesellschaftlichen und demografischen Anforderungen der Zukunft. Die in den 1960er-Jahren erbaute Hochhaussiedlung „Burg“ wurde nach unterschiedlichsten Anforderungsprofilen modernisiert und durch Neubau ergänzt. Individuell, energieeffizient, barrierearm, stadtnah und im Grünen waren die Grundlagen, um unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten den Bestand seit 2008 zu entwickeln. Mit der Ergänzung von gemeinschaftlichen Wohnformen, generationsübergreifenden Service- und Dienstleistungsangeboten sowie einem Quartiersmanager vor Ort, ist eine ganzheitliche Quartiersentwicklung entstanden. Eine weitere Besonderheit ist die Preisgestaltung, um auch alle Bevölkerungsgruppen anzusprechen – die Quadratmeterpreise reichen von 5,50 Euro bis hin zu 9,00 Euro (Neubau).

I. Bauabschnitt (2008 bis Mitte 2011): Sieben der 24 bis zu zehnstöckigen Gebäude wurden auf vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss rückgebaut und komplett energetisch und strukturell modernisiert. Diese nun viergeschossigen Bauten erfüllen den Standard für KfW-Effizienzhaus 100, die Penthäuser im Staffelgeschoss für KfW-Effizienzhaus 85. Solarthermie-Kollektoren, eine Fassadendämmung von 16 cm und neue Fenster in den Penthäusern sorgen für einen niedrigen Energiebedarf. Durch neue Grundrisszuschnitte entstanden barrierearme, lichtdurchflutete Ein- bis Vierzimmerwohnungen, in den Penthäusern private Dachterrassen. Die Außenanlagen wurden im Anschluss ebenfalls modernisiert.

II. Bauabschnitt (2011 bis Ende 2013): Die bereits vier Jahre alten Baupläne wurden noch einmal auf künftige Anforderungen des Marktes geprüft. In den Hochhausanlagen mit hohem Leerstand war das Ziel, den Leerstand zu senken und insgesamt den einzelnen Hauseingängen eine neue Visitenkarte zu geben. So entschied sich die NEULAND für eine konsequentere Strategie; Wohnqualität statt Massenhaftigkeit für ein lebenswertes Quartier und alle Zielgruppen wurde angestrebt: Abriss von sieben Gebäudekomplexen, insgesamt 257 Wohneinheiten.

III. und IV. Bauabschnitt (2012 bis 2013): Die zehn weiteren Gebäude blieben in vollem Umfang erhalten und wurden im bewohnten Zustand saniert und modernisiert. Neue Kunststofffenster, Dacherneuerung, Kellerdeckendämmung, neu gestaltete Eingänge, Instandsetzung der Treppenhäuser sowie Sanierung der Wasser- und Elektroinstallationen wurden umgesetzt. Durch eine farbige Fassadengestaltung der Alucobond-Vorhangfassade mit Wärmedämmverbundsystem fügt sich der Bauabschnitt in den bereits umgebauten Komplex ein. Während der gesamten Bauphase achtete die NEULAND auf eine intensive Betreuung der Mieter.

Parallel wurde der Neubau auf dem freigewordenen Areal geplant.

V. Bauabschnitt (2015 bis 2016): Weitere sieben Gebäude im Neubau mit Energiestandard KfW 55 ergänzen das Quartier Neue Burg. Die gesamten 92 Wohnungen mit 8.500 m² Wohnfläche und drei Gewerbeeinheiten wurden barrierearm gebaut und mit modernen Ausstattungsdetails wie Fußbodenheizung, bodentiefen Fenstern mit Dreifachverglasung, bodengleicher Dusche und Abluftanlagen ausgestattet. Wärmeerzeugung für Heizung und Warmwasser laufen über Wärmepumpen und Geothermie. Im Kopfbau befinden sich ein Bäcker, eine Tagespflege und ein großzügiger Nachbarschaftstreff mit Servicebüro.

Bei der sozialen Quartiersentwicklung ist das Ziel, die Bedürfnisse zu erkennen und durch gezielte Maßnahmen abzudecken, um ein langes selbstbestimmtes und selbstständiges Leben im Quartier zu ermöglichen. Durch die Implementierung eines Quartiersmanagers, der die Synergieeffekte erkennt, das Ehrenamt hebt, die Vernetzung von Akteuren im Quartier unterstützt, wird ein bedarfsgerechter Hilfemix sozialverträglich angeboten.

Die generationsgerechte, räumliche Infrastruktur ist sichergestellt und wird durch altersgerechte Wohnangebote unterstrichen. Ein 24-stündiger Bereitschaftsdienst stellt eine wohnortnahe Beratung und Begleitung sicher. Die Wertschätzung des gesellschaftlichen Umfelds wird gefördert sowie die tragfähigen Sozialbeziehungen unterstützt. Mit umfangreichen Service- und Begleitungsangeboten, Mittagstisch sowie Quartiersaktivitäten, Veranstaltungen, Vorträgen, Spielenachmittagen und vielem mehr kann die Mobilität und Teilhabe im Nachbarschaftstreff bis ins hohe Alter bestehen bleiben. Eine Interessenabfrage für Angebote im Bereich Bildung, Kunst und Kultur wird erhoben, um ein bedarfsgerechtes Angebot zu schaffen. Die barrierefreie Neugestaltung der Grün- und Freiflächen, Erstellung von Spiel- und Verweilzonen unterstützen die generationsübergreifenden nachbarschaftlichen und sozialen Kontakte.

Projektpartner und Netzwerke

  • Bettina Harms GmbH: Quartiersmanager und Hauptakteur im Quartier
  • Ev. Familienbildungsstätte Wolfsburg: Pädagogische Verantwortung der NEULAND Kinder- und Jugendtreffs
  • Wolfsburg AG
  • Wir in der Nachbarschaft e. V. (WIN e. V.)

Handlungsfeld(er)

Sozialraumbezug

Durch die offenen Angebote, wie z. B. den Mittagstisch, reicht der Radius über das Quartier hinaus in den Stadtteil Detmerode (ca. 1 km). Bestimmte Angebote sind für das gesamte Stadtgebiet zugänglich. Der Quartiersmanager ist in erster Linie für das Quartier Neue Burg zuständig.

Finanzierung und Förderung

  • Eigenfinanzierung
  • Förderung durch das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie: „Wohnen und Pflege im Alter“

Weitere Anmerkungen

Im Quartier sind ein Allgemeinmediziner, eine Tagespflege und eine Demenz-WG ansässig und somit ist eine 24-stündige Versorgungssicherheit gewährleistet.

Der 1. BA der Neuen Burg wurde bereits häufig prämiert:

  • Architekturpreis „Zukunft Wohnen“ – Kategorie Wohnen im Bestand
  • Architekturpreis des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Niedersachsen 2012
  • Gütesiegel der Deutschen Energie-Agentur (dena)
  • Niedersächsisches Qualitätssiegel für sicheres Wohnen
  • Preis der Initiative „Deutschland – Land des Langen Lebens“ in der Kategorie „Vernetztes Leben“ für die Demenz-Wohngemeinschaft „Neues Land“

Verwendete Methoden

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