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Bremen, „Vielfalt am Sonnenplatz“ und „Büro am Sonnenplatz“

Foto: BREBAU GmbH

„Vielfalt am Sonnenplatz“ und „Büro am Sonnenplatz“

Stadt/Gemeinde

Stadt Bremen

Quartier(e)​

Bremen-Kattenturm-Mitte

Zahlen zu Stadt/Gemeinde und Quartier​

Ca. 555.000 Einwohner in der Stadt Bremen ohne Bremerhaven
Ca. 1.400 Mietwohnungen und rund 200 Reihenhäuser mit ca. 13.000 Einwohnern in Kattenturm-Mitte

Bewohnerstruktur im Quartier

Im Bestand gibt es insgesamt 27 verschiedene Staatsangehörigkeiten, zum größten Teil deutsch, gefolgt von türkisch, polnisch und russisch.

Die Altersstruktur liegt zwischen 19 und 94 Jahren, ca. 30 % der Bewohner/-innen sind älter als 65 Jahre.

Bebauung des Quartiers

Die Bebauung ist überwiegend viergeschossig mit wenigen, bis zu 13-stöckigen, Hochhäusern. In den Ausläufern – weg von der Quartiersmitte – befinden sich Reihenhäuser. Entstanden ist das Quartier als Neubaugebiet in den 1960ern und 1970ern.

Im Bestand der BREBAU GmbH befinden sich:
168 Whg. in Viergeschossern (drei Gebäude, je sieben Hauseingänge), 145 Whg. in vier Achtgeschossern, 165 Whg. in zwei 12-Geschossern, 25 Whg. in einem Zweigeschosser und rund 120 Wohnungen in viergeschossigen Eigentümergemeinschaften. Mit insgesamt rund 623 Wohnungen ist die BREBAU GmbH in Kattenturm vertreten.

Besondere Merkmale

Der Ortsteil ist geprägt durch seine überwiegend viergeschossige Bebauung mit mehreren, bis zu 13-stöckigen Hochhäusern. Spätestens in den 80er-Jahren verstärkte sich ein Abwärtstrend in Kattenturm. Städtebauliche Fehlplanungen und Mängel der sozialen Infrastruktur wurden deutlich, Nahversorgungsangebote verschwanden und Leerstände im Mietwohnungsbestand nahmen zu. Deshalb wurde Kattenturm-Mitte schon Anfang der 90er-Jahre in das Nachbesserungsprogramm des Bremer Senats aufgenommen. Überdurchschnittlich viele Bewohner/-innen sind von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen.

Projekt(e)

„Vielfalt am Sonnenplatz“ (Quartierszentrum)
„Büro am Sonnenplatz“ (Anlaufstelle)

Projektziele und Projektinhalt

Zielgedanke war es, den Sonnenplatz in Kattenturm neu zu beleben und zu einem Quartiersmittelpunkt umzugestalten. In einem gemeinsamen Büro stehen nun mehrere Dienstleister als Ansprechpartner zur Verfügung: egal, ob man Hilfe wegen eines tropfenden Wasserhahns benötigt, auf der Suche nach einem Mittagstisch oder einer Einkaufshilfe ist, einen Deutschkurs besuchen oder sich zum Thema seniorengerechte Wohnungen oder Service-Wohnungen beraten lassen möchte. Sollte die Expertin oder der Experte für das Thema gerade nicht vor Ort sein, wird intern über kurze Wege dafür gesorgt, dass sich die Expertin oder der Experte schnell beim Fragesteller meldet. Das Büro am Sonnenplatz ist den ganzen Tag von montags bis freitags von Kooperationspartnern besetzt, sodass gerade die älteren Menschen im Quartier immer einen persönlichen Ansprechpartner finden, mit dem sie ihr Anliegen besprechen können. Die Tagespflege des Nachbarschaftstreffs im Haus Kattenturm, das Dienstleistungszentrum, die Quartiersmanagerin, das Bistro und nicht zuletzt der Schneider und der Fußpfleger runden das Angebot für eine breite Zielgruppe ab. So finden regelmäßig Info-Veranstaltungen zu diversen Themen, „Klön“-Nachmittage der BREBAU mit ihren Mietern, Spiel- und Tanzangebote usw. statt. Gemeinsame Veranstaltungen wie ein jährliches Sommerfest festigen das Miteinander. Kattenturms Bewohner/-innen sollen sich sicher sein, im Quartierszentrum jemanden zu erreichen, der ihnen weiterhilft und sie über den Alltag hinaus, zum Beispiel mit Bildungsangeboten für Migranten und sportlich Interessierte, versorgt. Die Bewohner/-innen sollen sich in ihrem Stadtteil gut aufgehoben fühlen und zur Mitwirkung eingeladen werden, wodurch die Identifikation mit dem Quartier, in dem sie leben, gesteigert wird. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, den Entwicklungsprozess des Quartierszentrums mitzugestalten, sodass Ideen für viele Ziel- und Altersgruppen entstehen und umgesetzt werden können. Älteren Menschen soll so eine Perspektive gegeben werden, möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung/Wohnung bleiben zu können.

In Kattenturm-Mitte kann durch die Nähe der Kooperationspartner zu den Bewohnern unter Anleitung Nachbarschaft gelebt werden. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier möglich, denn gerade die älteren Menschen gestalten hier ihren Alltag autonom und holen sich die Angebote, die sie brauchen, aus der Nachbarschaft.

Projektpartner und Netzwerke

Partner im „Büro am Sonnenplatz“:

  • Stadtteilhaus Kattenturm der Bremer Heimstiftung
  • Martinsclub Bremen Inklusionskoordination und Wohnbetreuung
  • BREBAU Hauswartbüro
  • BREBAU Vermietung
  • Aufsuchende Altenarbeit – Hausbesuche
  • Bremer Heimstiftung Tagespflege
  • Der Paritätische Bremen
  • HiNet Sprach- und Kulturvermittlung e. V .
  • Senioren Vertretung Bremen

Zusätzlich zu den o. a. Partnern im Quartierszentrum am Sonnenplatz vertreten:

  • Quartiersmanagement Kattenturm & Arsten Nord
  • Köprü Kontaktstelle für ältere Migrantinnen und Migranten in Bremen
  • bras arbeiten für Bremen
  • ROTHEO Café Bistro
  • Med. Fußpflege Wolfgang Bärwolf
  • Änderungsschneiderei Avci

Projektleitung

Aufgebaut wurde das Netzwerk seit 2004 in erster Linie von der BREBAU und der Bremer Heimstiftung. Mittler – weile befinden sich mehr als 15 Akteure im ständigen Dialog. Regelmäßige Diskussionsrunden aller Beteiligten treiben die Entwicklung des „Konzeptes“ voran.

Handlungsfeld(er)

Sozialraumbezug

Das Projekt hat Strahlkraft über die Ortsteilgrenzen hinaus. So werden durch gezielte Berichterstattung im Kundenmagazin der BREBAU GmbH auch benachbarte Quartiere mit insgesamt rund 1.200 Wohnungen in Bremen-Arsten und einem weiteren Teil von Katten – turm angesprochen. Die Dienstleistungsangebote vor Ort sowie die im Büro am Sonnenplatz angebotenen Leistungen erfreuen sich auch bei Bewohnern außerhalb von Kattenturm-Mitte großen Interesses.

Das freundliche Erscheinungsbild des Quartierszentrums mit den hell gestalteten Fassaden, die Gartengestaltung der Tagespflege, die Tische und Stühle des Bistros sowie die grünen Flächen rund um die Sonnenskulptur, die sich bereits seit Anbeginn des Platzes vor Ort befindet, laden nun zum Verweilen ein und erhöhen die Aufenthaltsdauer von Bewohnern und Besuchern merklich.

Finanzierung und Förderung

Die Umbaumaßnahmen des Ladenzentrums, d. h. die Planung sowie die technische Umsetzung, erfolgten durch die BREBAU GmbH. Die Finanzierung des Netzwerkes wird von jedem Kooperationspartner eigenständig und für seinen Teil vorgenommen. Die Gestaltung des Außenbereiches wurde zum Teil von „Soziale Stadt“ gefördert und zuletzt von der BREBAU GmbH getragen.

Verwendete Methoden

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